Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,
bedauerlicherweise bestimmen insbesondere „ausgewiesene Nichtexperten“ die Ernährungsinformation und -aufklärung in Deutschland. Ständig äußern sich (Star-)Köche, Fitness-Trainer oder andere Sportexperten, von Übergewicht noch oder ehemals betroffene Prominente sowie Psychologen zu Ernährungsfragen. Eine qualifizierende Ausbildung oder ein Fach-Studium im Bereich Ernährungswissenschaft, Ernährungsphysiologie, Ernährungsmedizin oder Diätetik können sie aber nicht vorweisen. Sogar Lebensmittelchemiker sprechen mehr über die Ernährungsphysiologie des Menschen oder diätetische Zusammenhänge als Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler, obwohl nur diese beiden Berufsgruppen ideale Ansprechpartner sind. Oftmals kommen auch Mediziner zu Wort, die noch nicht einmal den 80 bis 100 Stundenkurs Ernährungsmedizin absolviert haben. Dass Ernährungsmedizin, Ernährungslehre oder Diätetik nicht zum Studium der Humanmedizin gehören, ist hinlänglich bekannt.
Diese missliche Situation führt dazu, dass ständig neue Skandale entstehen, Ernährungsmärchen um sich greifen und bei der Bevölkerung insbesondere Verwirrung zurückbleibt. Vergleiche machen die Dramatik dieser Situation deutlich: Das wäre so, als würden in den Medien Fleischer zu Einkommenssteuerfragen, Schornsteinfeger zu juristischen Problemen und Architekten zu Krankheiten befragt. Doch das findet nicht statt. Warum lassen wir Prominente über die Grundlagen der Ernährung sprechen, nur weil sie zuvor 16,3 Kilogramm abgenommen haben oder ihr „Moppeldasein“ darstellen möchten? Wieso sprechen wir mit Ärzten, die sich als „Ernährungsberater“ bezeichnen, aber keine speziellen Kenntnisse mitbringen, die sie als solche prädestinieren? Auch wenn die Ernährungsberatung nicht rechtlich geschützt ist, sind hier auch die Medien gefragt, richtig zu recherchieren. Und Fragen zu Ernährungsphysiologie und weiteren Themen der menschlichen Ernährung können Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler kompetenter beantworten als Köche.
Ich freue mich, wenn die Themen dieses Pressedienstes für Sie interessant sind, und ich auch mit meiner „Kolumne“ zur Diskussion anrege. Für weitere Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ihr Sven-David Müller-Nothmann
Diätassisten sind die besten Diät- und Ernährungsberater und bieten qualifizierte praktische Ernährungsberatung!
Die Berufsgruppe der Diätassistenten erfüllt alle Anforderungen an eine optimale Diät- sowie praktische Ernährungsberatung und ist damit Ernährungswissenschaftlern deutlich überlegen, kommentiert heute Fachbuchautor Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) in Köln. Im Bereich der praktischen Beratung sind Diätassistenten damit allen anderen Berufsgruppen in diesem Bereich deutlich überlegen. Diätassistenten sind in Kliniken und Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen sowie bei Krankenkassen und in diabetologischen- sowie ernährungsmedizinischen Schwerpunktpraxen beschäftigt.
Zudem gibt es ein flächendeckendes Netz niedergelassener Diätassistenten in Deutschland. Die Berufsgruppe der Ernährungswissenschaftler hat es im Berufsalltag schwerer als die Diätassistenten, und so ist es nicht verwunderlich, dass hier viele nach dem Studium in die Arbeitslosigkeit schlittern. Ernährungswissenschaftler sind deutlich seltener in Krankenhäusern oder anderen medizinischen Einrichtungen angestellt, sondern arbeiten häufig als Pharmareferent oder sind in der Industrie tätig. Während die Ausbildung zum Diätassistenten ideal auf die praktische Diät- und praktische Ernährungsberatung vorbereitet, fächert sich das Studium der Ernährungswissenschaft breit, und viele Absolventen sind nicht adäquat auf die Diät- und Ernährungsberatung vorbereitet. Diät- und praktische Ernährungsberatung sind ohnehin besser durch die praktisch ausgebildeten Diätassistenten zu vermitteln. Wer möchte schon mit einem Wissenschaftler über die diätetische Modifikation seines Frühstücks sprechen. Diätbedürftige sind nicht an biochemischen Grundlagen, sondern vielmehr an der Praxis der Zusammenstellung und Zubereitung von Speisen interessiert.
Für die Diät- und Ernährungsberatung ist gerade die praktische Anwendung der notwendigen Ernährungsmaßnahmen wichtig und die beherrschen Diätassistenten besser als Ernährungswissenschaftler. Nur wer selbst den Umgang mit Lebensmitteln erlernt hat, kann die Kenntnisse anderen Menschen vermitteln, macht Müller-Nothmann deutlich. Die Ausbildung zum Diätassistenten ist im Gesetz über den Beruf des Diätassistenten geregelt und dauert drei Jahre. Ernährungswissenschaftler, die nach dem Studium feststellen, dass ihre Kenntnisse für die praktische Diät- und Ernährungsberatung nicht ausreichen, können sich beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) entsprechend hochqualifiziert fortbilden. Entsprechende Fortbildungen stehen natürlich auch Diätassistenten offen. Diätassistenten, die ihre wissenschaftliche Qualifikation ausbauen möchten, können dies mit einem berufsbegleitenden Masterstudiengang „Nutritive Medizin – Applied Nutritional Medicine - Master of Science (Msc)“ erreichen. Die Donau-Universität Krems (Ansprechpartnerin Frau Doktor Christiane Fischer) bietet diesen Studiengang ab dem Wintersemester 2007/2008 an, informiert Müller-Nothmann.
Der hochsensible Bereich der Diät- und praktische Ernährungsberatung braucht keine theoretischen Naturwissenschaftler, sondern vielmehr pädagogisch gut ausgebildete Praktiker im Bereich Ernährung und Diätetik. Wissenschaftler sollten statt in der Diät- und Ernährungsberatung ihre Anstellung besser in der Lehre und Forschung suchen und finden. Die Ausbildung zum Diätassistenten findet auch in Krankenhäusern statt, während das Studium der Ernährungswissenschaft praktisch keinen Zugang zu Patienten ermöglicht. Daher besteht auch kaum die Möglichkeit, später einen sinnvollen Einsatz im klinischen Alltag zu finden.
Viel erschreckender ist aber, dass jeder die Bezeichnung Ernährungsberater führen darf und das auch ohne jegliche qualifizierende Ausbildung.
Hier wäre der Gesetzgeber gefordert, die Bevölkerung vor Schaden durch inkompetente Berater zu bewahren.
Seriöse Ansprechpartner für
praktische Ernährungsberatung finden sie hier bei Gesünder-kochen.de
Im Studium der Humanmedizin spielen Ernährung und Diätetik praktisch keine Rolle! Trotzdem darf sich ein Arzt schon nach einem 100 stündigen Kurs Ernährungsmediziner nennen, kritisiert Sven-David Müller-Nothmann. Die Zahl der ernährungs(mit)bedingten Krankheiten sollte längst dazu geführt haben, dass Ernährungsmedizinische Abteilungen an allen Universitätskliniken eingerichtet sind. Das ist aber leider nicht so, bedauert er. Die Geschichte des Berufs Diätassistent begann bereits im Jahr 1926. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit sind in Deutschland rund 11.000 Diätassistenten angestellt beschäftigt. Dieser Beruf ist ein Frauenberuf, macht Müller-Nothmann deutlich. Weniger als 10 Prozent der Diätassistenten sind Männer. Der Verband der Diätassistenten (VDD) in Düsseldorf übernimmt die Berufs- und Standespolitik des nichtärztlichen Medizinalfachberufes, so Müller-Nothmann, der seine Ausbildung zum Diätassistenten an der Diätlehranstalt in Bad Hersfeld absolvierte.
Im Jahr 2005 zeichnete ihn Bundespräsident Horst Köhler für seine Leistungen im Bereich der Ernährungs- und Diabetesaufklärung mit dem Bundesverdienstkreuz aus.Kompetente Beratung für Patienten, die unter ernährungs(mit)bedingten Krankheiten leiden, ist durch ausgewiesene Experten kostenlos beim Beratungsportal
http://www.qualimedic.de möglich.
1) Praxis der Diät- und Ernährungsberatung, Sven-David Müller-Nothmann/Eva Lückerath, Hippokrates Verlag, ISBN 3830452357, 39,95 €
2) Berufspraxis für DiätassistentInnen und Diplom OecotrophologInnen, Sven-David Müller-Nothmann/Kathrin Scholl, Hippokrates Verlag, ISBN 3830452411, 39,95 €
Das Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) mit Sitz in Köln widmet sich insbesondere der individuellen Ernährungsberatung und betreibt wissenschaftlich begründete publikumsorientierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Ernährung, Prävention und Diätetik. Das ZEK ist ein Zusammenschluss von Ernährungswissenschaftlern, Medizinern sowie anderen Natur- und Geisteswissenschaftlern. Der bekannte Medizinpublizist Sven-David Müller-Nothmann leitet das ZEK und ist erster Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK), z. Hd. Sven-David Müller-Nothmann, Gotenring 37, 50679 Köln-Deutz
http://www.nutrimedic.de